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Fünf Meter langer SumpfbewohnerNeue Dinosaurier-Art entdeckt - Fossil lag Jahrzehnte in Museum

30.10.2026, 10:30 Uhr
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Dinosaurier im Sumpf
Grafische Rekonstruktion des Iguanodonten-Dinosauriers Paludohadros proudlovii am Rand eines seichten Gewässers. Hinten ist der große Raubdinosaurier Baryonyx zu sehen. (Foto: Guilherme Geh/dpa)

Ein vor einem Vierteljahrhundert in Südengland geborgenes Fossil liefert Paläontologen eine Überraschung: Zahn- und Knochenmerkmale weisen auf eine komplett neue Dinosaurier-Gattung hin. Der Pflanzenfresser lebte in einer gefährlichen Umgebung, wie ein weiterer Fund zeigt.

Ein junger Dinosaurier stapfte vor rund 125 Millionen Jahren in der frühen Kreidezeit durch weitläufige Sümpfe und starb aus unbekannten Gründen. Ein Forscherteam vom Natural History Museum in London hat die Überreste des in Südengland entdeckten Pflanzenfressers genau analysiert und beschreibt nun eine neue Dino-Art im "Journal of Systematic Palaeontology".

Das Tier gehörte demnach zu der Gruppe der Iguanodontia und hatte ihren typischen markanten Dorn am Ende des ersten Fingers. Die Daumendornen hatten einen knöchernen Kern und waren zu Lebzeiten der Tiere von einer scharfen Hornscheide aus Keratin überzogen. Mit ihnen konnten sie sich nach Ansicht von Dinoforschern gegen fleischfressende Saurier verteidigen oder den Daumendorn auch zum Herunterziehen von Zweigen nutzen, um die Blätter zu fressen.

Dino konnte wohl auch auf zwei Beinen stehen

Der Dino sei geschätzt etwa fünf Meter lang und rund anderthalb bis zwei Tonnen schwer gewesen, sagte Erstautor Ricardo Sacamoto auf Anfrage. Es handle sich wahrscheinlich noch um ein Jungtier, das als erwachsenes Tier potenziell doppelt so groß hätte werden können.

Beim Gehen nutzte der Dinosaurier laut Sacamoto wahrscheinlich seine zwei Beine und seine zwei kräftigen Arme. Er habe sich aber gelegentlich auch aufgerichtet und dabei auf seinen Beinen gestanden.

Entdeckt in einer Tongrube

Das Fossil wurde 2001 von Geoff Toye während einer Exkursion einer Geologenvereinigung in der südenglischen Tongrube Smokejacks Pit entdeckt. Er schenkte es später dem Natural History Museum. Lange Zeit wurden die in Südengland gefundenen Iguanodontia schlicht nur zwei Arten zugeordnet. Erst seit einigen Jahren werden sie differenzierter betrachtet, was zu etlichen neu benannten Dinos geführt hat.

Das Museumsteam um Hauptautorin Susannah Maidment fand nun unter anderem mithilfe von Computertomografien, dass sich das analysierte Skelett von allen anderen Iguanodontia durch verschiedene Zahn- und Knochenmerkmale unterscheidet und nicht nur eine eigene Art, sondern sogar eine neue Gattung bildet.

Das Team nannte das Tier Paludohadros proudlovii. Der Gattungsname Paludohadros leitet sich vom lateinischen Wort palus (Sumpf) ab. Er verweist auf die sumpfige Umwelt, die während der frühen Kreidezeit am Fundort herrschte. Der griechische Wortteil hadros steht für kräftig oder stämmig. Mit dem Artnamen proudlovii ehrt das Team den mit 35 Jahren gestorbenen William Proudlove. Der frühere Betriebsleiter der Tongrube Smokejacks Pit starb im Jahr 2000, kurz bevor das Fossil dort ausgegraben wurde, und hinterließ eine junge Familie.

Der Feind war in der Nähe

Woran der junge Dino starb, wissen die Forschenden nicht. Der Dino Paludohadros proudlovii lebte jedoch zu gleicher Zeit am selben Ort wie der zweibeinige gefährliche Fleischfresser Baryonyx walkeri. "Paludohadros wurde nur 100 Meter von Baryonyx entfernt gefunden, dessen Fossilien wir ebenfalls im Natural History Museum aufbewahren", sagte Hauptautorin Susannah Maidment von dem Museum in London. Zu den letzten Mahlzeiten von Baryonyx habe auch ein junger Iguanodontia gehört.

Zur Todesursache lasse sich dennoch nichts ableiten, sagte Sacamoto. Es fehlten mehrere Teile des Skeletts und an den erhaltenen Knochen zeigten sich keine erkennbaren Spuren von Fraßschäden oder Krankheiten.

Quelle: ntv.de, Simone Humml, dpa

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