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Mysteriöse Manöver im AllChinas geheimer Raumgleiter im Orbit fotografiert

30.10.2026, 19:05 Uhr imageVon Kai Stoppel
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Ein Satellitenfoto zeigt den namenlosen chinesischen Raumgleiter mit angedocktem Begleiter überraschend detailliert. (Foto: Maxar/Defense Intelligence Agency)

Ein US-Geheimdienstbericht präsentiert erstmals eine hochaufgelöste Aufnahme des chinesischen Raumgleiters. Das Fahrzeug soll mit Satelliten im Orbit interagieren können und wiederverwendbar sein. Zu den Details schweigt Peking bislang beharrlich.

Sieht so Chinas geheimer Raumgleiter aus? Der US-Militärgeheimdienst DIA hat ein erstes hochaufgelöstes Foto des experimentellen chinesischen Raumgleiters veröffentlicht. Das Fahrzeug gehört zu Chinas Bemühungen um wiederverwendbare Raumtransportsysteme. Peking verspricht sich davon langfristig kostengünstigere Flüge ins All. Bisher verfügen neben China nur die USA über derartige Systeme.

Das Bild wurde im jüngsten DIA-Bericht veröffentlicht. Demnach stammt es vom privaten Satellitenunternehmen Maxar Technologies, das mittlerweile Vantor heißt. Auf Nachfrage der US-Online-Publikation TWZ bestätigte Vantor, dass die Aufnahme am 28. Mai 2024 von einem Satelliten aus knapp 90 Kilometern Entfernung aufgenommen wurde. "Am Heck des Raumfahrzeugs ist ein weiterer Satellit angedockt, dessen Struktur und Solarpaneele zu erkennen sind", teilte Vantor mit. "Die Luken des Laderaums des Raumfahrzeugs sind sichtbar geöffnet."

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Der experimentelle US-Raumgleiter X-37B nach einer erfolgreichen Mission im Jahr 2022. Vorbild für das chinesische Pendant? (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Das Raumfahrzeug ähnelt dem experimentellen US-Raumgleiter X-37B. Dieser geht auf ein 1999 gestartetes NASA-Projekt zurück, das die Kosten für Weltraumflüge auf ein Zehntel reduzieren sollte. 2004 wurde das X-37-Programm an die Forschungseinrichtung des US-Verteidigungsministeriums übergeben. Seit 2010 wurden acht Testflüge durchgeführt, deren Zweck jedoch oft geheim gehalten wurde.

Erster Testflug im Jahr 2020

Der chinesische Raumgleiter hat keinen offiziellen Namen. Im Jahr 2020 hatte China lediglich den Start eines "wiederverwendbaren experimentellen Raumfahrzeugs" mit einer Rakete des Typs "Langer Marsch 2F" bekannt gegeben. Allerdings wurden weder ein Foto noch technische Angaben zu Größe, Masse oder Konstruktion veröffentlicht.

Offiziell bestätigt sind von Peking bisher vier Testflüge des Raumgleiters. Der erste im Jahr 2020 dauerte offiziell nur rund zwei Tage. Im August 2022 meldete China den Start eines zweiten Testflugs, bei dem der Raumgleiter 276 Tage in einer Erdumlaufbahn blieb. Erprobt werden sollten Wiederverwendbarkeit und Technologien für Dienstleistungen im Orbit. Ein dritter und vierter Start folgten im Dezember 2023 und im Februar 2026.

Laut dem aktuellen US-Geheimdienstbericht wurde der chinesische Raumgleiter im November 2022 dabei beobachtet, wie er gemeinsam mit einem Begleitsatelliten Manöver durchführte. Zwischenzeitlich befanden sich beide Objekte in einem Abstand von weniger als 100 Metern zueinander. Es wird vermutet, dass ein sogenanntes Rendezvous erprobt wurde, also das gezielte Annähern der Flugbahnen zweier Raumfahrzeuge. Im Mai 2024 soll der Raumgleiter bei seiner dritten Mission ein Objekt abgesetzt und mit diesem ebenfalls interagiert haben.

Zwei chinesische Raumgleiter-Projekte bekannt

Dem Bericht zufolge arbeitet China an zwei Raumgleiter-Projekten mit den Namen "Shenlong" und "Tengyun". Welche Raumgleiter davon auf dem Bild zu sehen ist, wird nicht präzisiert. Peking hatte im Jahr 2016 das Projekt "Tengyun" jedoch als System bezeichnet, bei dem ein Trägerflugzeug horizontal startet und den eigentlichen Raumgleiter in der Atmosphäre aussetzt. Daher gehen Beobachter davon aus, dass es sich bei dem fotografierten Objekt um "Shenlong" handelt.

Raumgleiter wie der chinesische und das US-Pendant X-37B bieten einige Vorteile: Sie können lange im Orbit bleiben, ihre Bahn verändern und sich anderen Satelliten nähern. Damit eignen sie sich nicht nur für Experimente, Inspektionen oder Reparaturen, sondern grundsätzlich auch für militärische Einsätze, etwa gegen gegnerische Spionage- und Überwachungssatelliten.

Quelle: ntv.de

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