Nasdaq mit Rekordtagesverlust Wall Street geht gefleddert ins Wochenende

Die neuesten Quartalszahlen von Amazon und Intel verschärfen an der Wall Street die Alarmstimmung. Vor allem der Chiphersteller zieht mit einem Kursrutsch von 30 Prozent die ganze Tech-Sparte ins Minus. Die US-Zwischenwahlen machen die Anleger zusätzlich nervös.
Die US-Aktienmärkte sind zum Wochenschluss eingebrochen, wobei der Nasdaq seinen größten prozentualen Tagesverlust seit dem 5. Juni verzeichnet hat. Hintergrund ist eine neue Verkaufswelle nach den Bilanzen von Intel und Amazon. Das technologielastige Börsenbarometer Nasdaq verlor 2,9 Prozent auf 25.437 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 büßte 1,8 Prozent auf 7580 Zähler ein. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab 1,1 Prozent auf 51.770 Stellen nach.
Für schlechte Stimmung sorgte vor allem Intel. Die Aktien des Chipkonzerns brachen um fast 30 Prozent ein. Intel warnte nach einem Unglück in einer israelischen Fabrik vor Umsatzeinbußen in dreistelliger Millionenhöhe. Zudem warnte Finanzchef David Zinsner, dass der Barmittelzufluss in diesem Jahr negativ ausfallen werde. "Letztlich geht es um die Gewinne, und die erwirtschaften sie im Moment nicht", resümierte Joe Saluzzi vom Finanzdienstleister Themis Trading. Der Experte zeigte sich jedoch zuversichtlich. "Die Aktie steht für das Gesamtjahr immer noch deutlich im Plus. Der Rückgang macht nicht die positive Gesamtentwicklung zunichte, es ist im Grunde eine Korrektur."
Die Papiere von Amazon gaben 1,4 Prozent nach, nachdem der Konzern hohe Investitionen angekündigt hatte. Alphabet, Amazon und Intel gehörten zu den Aktien, bei denen schon wenig genüge, um eine herbe Enttäuschung auszulösen, kommentierte Chefstratege Art Hogan von B. Riley Wealth.
US-Wahl sorgt für Nervosität
Zugleich ließ eine Warnung vor sinkenden Nutzerzahlen die Aktien von Reddit und Pinterest einbrechen. Die Papiere der sozialen Netzwerke verloren rund 30 und rund drei Prozent. Reddit warnte, dass die Zahl der täglich aktiven Nutzer im vierten Quartal sinken könnte. Als Grund nannte Konzernchef Steve Huffman die neuen KI-Suchfunktionen von Google. Diese beantworten Nutzeranfragen oft direkt, wodurch weniger Nutzer auf Webseiten wie Reddit weitergeleitet werden.
Auch die Aussicht auf die US-Zwischenwahlen kommende Woche machte die Anleger nervös. "Die Sorge vor politischen Enttäuschungen in den USA ist offensichtlich zu groß, als dass sich Anleger leichtfüßig auf Rekordjagd begeben könnten", sagte Timo Emden, Chefanalyst beim Broker CapTrader. Zugleich hielten die Inflationssorgen angesichts eines erneuten Anstiegs der Ölpreise an.
Investoren rechnen aufgrund des Teuerungsdrucks mit weiteren Zinserhöhungen dies- und jenseits des Atlantiks im Dezember. Das drückte den Preis für Gold um mehr als 3,5 Prozent auf 3877 Dollar je Feinunze. Nervosität herrschte auch im Kryptosektor. Hacker haben 6,3 Milliarden Dollar von Binance, der weltweit größten Kryptowährungsbörse, gestohlen. Laut Analysten handelt es sich um den bislang größten Krypto-Raub. Bitcoin rutschte um rund 2,5 Prozent auf 76.862 Dollar ab.
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