Airline: Bolsonaros Flucht-Flugzeug soll aus den USA bezahlt worden sein

Das bei der Flucht des bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien unterlegenen Kandidaten Flávio Bolsonaro verwendete Flugzeug wurde nach Angaben der Airline von einem Vermittler über ein US-Bankkonto bezahlt.
Er sei von einem Vermittler angeheuert worden, "den ich seit zehn Jahren kenne und der in den USA lebt", sagte der Chef der Fluggesellschaft Baires Fly S.A., Luis Grande, der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag (Ortszeit).
Nach Angaben der argentinischen Airline zahlte der Vermittler, der sowohl die argentinische als auch die US-Staatsangehörigkeit besitzt, 150.000 Dollar (knapp 134.000 Euro) von einem Firmenkonto bei einer US-Bank auf ein Konto bei einer argentinischen Bank. Grande wollte die Identität des Vermittlers nicht preisgeben und gab an, den Kunden des Vermittlers nicht zu kennen.
Den US-Tageszeitungen "Wall Street Journal" und "New York Times" zufolge wurde das Flugzeug von Jason Miller, einem Berater von US-Präsident Donald Trump, gechartert. Das Weiße Haus äußerte sich dazu nicht.
Bei der Stichwahl zum Präsidentenamt in Brasilien am vergangenen Sonntag hatte der linksgerichtete Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva 51,8 Prozent der Stimmen erhalten, der rechtsgerichtete Bolsonaro kam auf 48,2 Prozent. Bolsonaros Partei räumte die Niederlage ein, er selbst erkannte diese jedoch nicht an. Zudem kündigte er bereits am Wahlabend rechtliche Schritte an.
Bolsonaro war am Mittwoch gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern auf dem Privatflughafen Opa-Locka nördlich von Miami gelandet, wie AFP-Reporter beobachteten. Der Politiker hatte Brasilien trotz eines Ausreiseverbots des Obersten Gerichtshofs verlassen und war über Argentinien und Ecuador in die USA gereist. Sein Reisepass war für ungültig erklärt worden, Bolsonaro besitzt allerdings auch die italienische Staatsangehörigkeit.
Das US-Außenministerium hatte der Familie Visa zugesagt. Medienberichten zufolge wollte Bolsonaro in den USA Asyl beantragen. US-Präsident Trump, der der Bolsonaro-Familie politisch nahesteht, hatte bereits Zweifel an Lulas Wahlsieg geäußert und von einer "manipulierten Wahl" gesprochen.
Nach seiner Ankunft in den USA bezeichnete Bolsonaro sich als rechtmäßigen "Anführer" seines Landes und prangerte "Wahlbetrug" an. Er kündigte an, die brasilianische Opposition künftig von den USA aus anzuführen.