Technik

Verbatim-Batterien ausprobiertAkkus mit USB-C-Anschluss sind nicht nur praktisch

29.10.2026, 19:28 Uhr imageVon Klaus Wedekind
00:00 / 04:57
Verbatim USB-C-Akkus Test (2 von 5)
Verbatim bietet AA-, AAA- und 9-Volt-Akkus an. (Foto: kwe)

Verbatim bringt AAA-, AA- und 9-Volt-Akkus heraus, die integrierte USB-C-Anschlüsse haben. Das Prinzip ist nicht neu, aber sehr praktisch, da kein separates Ladegerät nötig ist. Allerdings sind die Batterien nicht für jeden Einsatzzweck geeignet.

Akkus statt Einweg-Batterien können Geld sparen und vor allem auch die Umwelt schonen. Ein Nachteil der Akkus ist aber gewöhnlich, dass man ein spezielles Ladegerät benötigt. Doch bei wiederaufladbaren Batterien mit integriertem USB-C-Anschluss, ist das nicht der Fall. Es gibt bereits einige Hersteller, die solche Zellen anbieten, seit Kurzem hat auch Verbatim entsprechende AA-, AAA- und 9-Volt-Akkus im Portfolio.

Der Hersteller wirbt damit, dass die Batterien mehr als 1000 Mal aufgeladen werden können. Doch diese Zahl sollte man in der PR-Schublade lassen, da man im Kleingedruckten nachlesen kann, dass die Batterien dann nur noch 10 bis 20 Prozent ihrer Kapazität haben sollen. Realistischer ist die Angabe, nach rund 300 Zyklen noch bis zu 80 Prozent der Kapazität ab Werk zu haben, da die Akkus dann noch alltagstauglich für die meisten Einsatzzwecke sind. Ob die Akkus diesen Wert erreichen, konnte der Praxistest nicht ermitteln, aber auch bei 200 Zyklen würde sich ein Kauf lohnen.

Verbatim USB-C-Akkus Test (5 von 5)
An einem Netzteil mit drei USB-C-Anschlüssen kann man eine Menge Akkus aufladen. (Foto: kwe)

Wichtig für die Vielseitigkeit der Verbatim-Batterien ist, dass es sich um Lithium-Ionen-Akkus handelt, die eine konstante Ausgangsspannung von 1,5 beziehungsweise 9 Volt liefern. Damit können sie Einweg-Batterien fast immer ersetzen. Herkömmliche NiMH-Akkus liefern oft grundsätzlich eine niedrigere Spannung, was viele Geräte als fast leere Zellen interpretieren und damit nicht richtig oder gar nicht funktionieren.

Nicht immer die richtige Wahl

Dass die Verbatim-Batterien und andere Lithium-Ionen-Akkus ihre Ausgangsspannung konstant halten, hat aber auch einen Nachteil: Geräte, die den Ladezustand anhand der Zellspannung ermitteln, können den verbleibenden Energieinhalt häufig nicht zuverlässig erkennen. So kann man auf ihren Displays oder in Apps nicht ablesen, wie lange die Batterien noch halten oder im besten Fall rechtzeitig gewarnt werden. Deswegen sind sie auch beispielsweise oft nicht für Heizkörper-Thermostate oder andere Geräte geeignet, bei denen ein plötzlicher Ausfall unangenehm oder sogar gefährlich wäre.

Verbatim USB-C-Akkus Test (4 von 5)
Die USB-C-Anschlüsse gehen teilweise auf Kosten de der Kapazität. (Foto: kwe)

Im Test haben sie sich ansonsten in einer Computermaus, in Xbox-Controllern, einem Aufsteckblitz oder Fernbedienungen bewiesen. Speziell die AA-Akkus wiesen dabei ungefähr die gleiche Laufleistung wie Einweg-Batterien auf. Sie bieten mit 2100 Milliamperestunden (mAh) auch eine ähnliche Kapazität. Vor allem bei Geräten mit etwas höherem Bedarf ist der Unterschied gering, da dann der Eigenverbrauch durch die Bordelektronik kaum relevant ist.

AAA-Akkus haben geringe Kapazität

Vermutlich, weil der Platzbedarf des USB-C-Anschlusses samt zugehöriger Elektronik bei den kleinen AAA-Akkus schwerer ins Gewicht fällt, ist die Kapazität mit 500 mAh bei den AAA-Akkus etwa halb so hoch wie bei entsprechenden Alkaline-Batterien. Bei genügsamen Fernbedienungen ist das aber okay, auch eine einfache PC-Maus dürfte damit einige Monate durchhalten.

Beim 9-Volt-Block ist die Kapazität mit 335 mAh ebenfalls niedriger als bei Alkaline-Batterien, die auf 400 bis 600 mAh kommen. Problematischer ist hier aber die konstante Ausgangsspannung. Im Test-Haushalt sind die einzigen Geräte mit 9-Volt-Blöcken Rauchmelder, für die die Akkus möglicherweise nicht geeignet sind.

Anzeige
Verbatim AA Akkus, 4er Pack USB-C wiederaufladbar
21,64 €

Unkomplizierte Handhabung

Die Verwendung der Verbatim-Akkus ist einfach. Der Hersteller liefert passende Mehrfach-Kabel mit, an denen alle vier AA- oder AAA-Batterien gleichzeitig geladen werden können. Der 9-Volt-Block kommt einzeln und daher mit einem einfachen Kabel. Die Strippen sind nur wenige Zentimeter lang. Das ist aber kein Problem, da die Akkus fest an den USB-C-Steckern sitzen und notfalls in der Luft baumeln können. Man kann auch verschiedene Modelle an einem Mehrfach-Kabel gemeinsam auftanken.

Verbatim USB-C-Akkus Test (3 von 5)
Leuchtet die LED dauerhaft grün, ist der Akku voll. (Foto: kwe)

Die Batterien besitzen LEDs, die den Ladestand anzeigen. Bei den AA- und AAA-Akkus blinken sie beim Auftanken grün, wenn sie voll sind, leuchten sie in der gleichen Farbe dauerhaft. Beim 9-Volt-Block leuchtet sie dauerhaft rot (Laden) oder grün. AAA-Akkus und 9-Volt-Batterie sind in zwei, die AA-Batterien in drei Stunden geladen.

Fazit

Die USB-C-Akkus von Verbatim machen einen hochwertigen Eindruck und können im Haushalt einen Großteil der Einweg-Batterien ersetzen. Ob sie tatsächlich so langlebig sind, wie vom Hersteller angegeben, muss sich zwar noch herausstellen, das Risiko hält sich bei den recht günstigen Preisen aber in Grenzen. Die AA- und AAA-Akkus kosten im Vierer-Pack jeweils knapp 13, ein 9-Volt-Block 8 Euro.

Quelle: ntv.de

VerbatimAkkus