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ThüringenMärkte in Südamerika? Alternativen im Außenhandel gesucht

30.10.2026, 05:02 Uhr
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Der Export ist ein Umsatztreiber für die Thüringer Industrie. Doch einige Märkte, vor allem die USA, sind schwieriger geworden. Wo der Freistaat das Exportgeschäft ankurbeln will.

Erfurt (dpa/th) - Thüringens Industrie verbuchte im vergangenen Jahr Einbußen beim Export, vor allem wegen eines schwächeren USA-Geschäfts. Nun sucht der Freistaat nach neuen Märkten und Handelsbeziehungen. Wirtschaftsministerin Colette Boos-John will mit einer Wirtschaftsdelegation Chancen eines neuen Handelsabkommens der EU mit Staaten in Südamerika ausloten. An diesem Samstag reist die CDU-Politikerin zusammen mit Unternehmensvertretern nach Argentinien und Brasilien.

Stationen der Reise bis zum 7. November sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums Buenos Aires, Porto Alegre und Rio de Janeiro. Zur Delegation gehörten insgesamt 55 Vertreter aus Industrie, Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft, Kammern und Verbänden sowie von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Mehr als 40 Termine ständen in Südamerika auf dem Programm. Es werde erwartet, dass mehrere Kooperationsvereinbarungen unterschrieben werden können, so das Ministerium.

Chancen durch neues Abkommen

Hintergrund der Reise sei das im Mai in Kraft getretene Handelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Es sieht einen schrittweisen Abbau von Zöllen und Handelshemmnissen vor. "Das Mercosur-Abkommen eröffnet neue Chancen für unsere Unternehmen. Aber ein Abkommen allein schafft noch keine Aufträge. Dafür braucht es Marktkenntnis, persönliche Kontakte und die richtigen Partner", erklärte Boos-John. "Wir suchen nicht nur neue Märkte für Thüringer Produkte, sondern vor allem langfristige Partnerschaften." Bei der Reise gehe es ihr auch darum, Investoren für Thüringen zu interessieren.

Nach Ministeriumsangaben lag Thüringens Handelsvolumen mit Brasilien 2025 bei rund 320 Millionen Euro, mit Argentinien bei rund 26,5 Millionen Euro. Derzeit unterhielten etwa 70 Thüringer Unternehmen Exportbeziehungen nach Brasilien und 27 Exportbeziehungen nach Argentinien.

Mehr Exporte auch für Agrartechnik

Anknüpfungspunkte sehe sie vor allem im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automatisierung, Optik und Photonik, Medizintechnik, Biotechnologie sowie in der Energie- und Umwelttechnik, so die Ministerin. Die nannte auch Agrartechnik, Saatgutaufbereitung und Lebensmittelverarbeitung. Auch um Möglichkeiten der Fachkräftegewinnung solle es gehen.

Zum Programm von Boos-John gehören laut Ministerium Gespräche mit Regierungsvertretern in Argentinien sowie mit den Regierungen der brasilianischen Bundesstaaten Rio Grande do Sul und Rio de Janeiro. In Argentinien werde sie sich über die Erfahrungen mit dem wirtschaftspolitischen Reformkurs, Bürokratieabbau und der Sanierung der Staatsfinanzen informieren. Die Ministerin wolle bei den Treffen auch die unterschiedlichen Interessen im Agrarhandel ansprechen. Es gehe ihr um faire Wettbewerbsbedingungen und wirksame Schutzmechanismen für die einheimische Landwirtschaft.

Quelle: dpa

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