Sachsen-AnhaltTrockenheit erschwert Kartoffelernte in Sachsen-Anhalt

Der trockene Sommer stellt Kartoffelbauern vor Probleme. Wie stark Sachsen-Anhalt betroffen ist und was Verbraucher davon merken könnten.
Magdeburg (dpa/sa) - Der heiße, trockene Sommer hat den Kartoffeln in Sachsen-Anhalt zugesetzt. "Über Wochen hinweg war der Boden zu trocken, um die Knollen sicher aus dem Boden zu bekommen", teilte der Landesbauernverband auf Anfrage mit. Ein Teil der Kartoffeln ist deshalb bis jetzt nicht gerodet. Wie groß die Ernte am Ende ausfällt, ist noch offen.
Die vorläufige Anbaufläche liegt in diesem Jahr bei rund 12.500 Hektar. Im Vorjahr waren es 14.800 Hektar. Der Rückgang um etwa 15 Prozent sei maßgeblich darauf zurückzuführen, dass die Fläche im Vorjahr stark gestiegen war, hieß es. Aber auch im Vergleich zum langjährigen Mittel von rund 14.000 Hektar ist die Fläche kleiner.
Erntemenge noch offen
Wie viele Kartoffeln in Sachsen-Anhalt geerntet werden, lässt sich derzeit nicht verlässlich sagen. Die August-Schätzung des Statistischen Landesamtes wies einen Ertrag von 34,1 Tonnen je Hektar aus. Aktuellere Werte des Bundeslandwirtschaftsministeriums nennen dagegen rund 53 Tonnen je Hektar. Damit würde das Land im Bundesvergleich den höchsten Hektarertrag erzielen.
"Vermutlich wird der reale Ertrag zwischen diesen Werten liegen, denn von den Landwirten kommen sehr gemischte Berichte", teilte der Landesbauernverband mit. Eine Berechnung mit dem höheren Hektarertrag ergäbe eine Erntemenge von etwa 660.000 Tonnen und damit rund 6,4 Prozent der deutschen Kartoffelernte. Wegen der unterschiedlichen Ertragsschätzungen sei das aber keine belastbare endgültige Zahl.
Kartoffeln bundesweit teurer
Bundesweit wird die Kartoffelernte 2026 nach vorläufigen Zahlen mit 10,4 Millionen Tonnen rund ein Viertel kleiner ausfallen als im Vorjahr. 2025 waren noch 13,9 Millionen Tonnen geerntet worden. Die Verbraucherpreise für Kartoffeln lagen im September bundesweit 11,3 Prozent über dem Vorjahresmonat. Die allgemeine Inflation betrug 3,3 Prozent.
Auch in Sachsen-Anhalt liegen die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln nach Angaben des Bauernverbands deutlich über dem preislich sehr schlechten Vorjahr. Der Handel könne nicht mehr mit dem damaligen Überangebot arbeiten, welches vergangenes Jahr für vergleichsweise günstige Kartoffeln gesorgt hatte. Das mache sich teilweise auch bei den Verbraucherpreisen bemerkbar. Dort wirkten jedoch weitere Faktoren mit, etwa Energie- und Lohnkosten für Transport und Lebensmitteleinzelhandel.