Sachsen-AnhaltInsolvente Grube Teutschenthal stellt Betrieb ein

Ende der Arbeit in der Grube Teutschenthal: Der Belegschaft soll gekündigt werden. Das ungelöste Problem sind Hohlräume, die verfüllt werden sollen als Schutz gegen einen Gebirgsschlag.
Teutschenthal (dpa/sa) - Der Betrieb der insolventen Grube Teutschenthal im Saalekreis ist wegen fehlender wirtschaftlicher Perspektive eingestellt worden. Bei der Investorensuche gab es zwar Interessenten, zu einem Abschluss kam es aber nicht, teilte Insolvenzverwalter Lucas Flöther mit. Heute habe das Amtsgericht Halle das Insolvenzverfahren über das Vermögen der GTS Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG eröffnet und Flöther zum Insolvenzverwalter bestellt.
"Die Arbeit wurde deshalb zum 31. Oktober eingestellt; Material der Entsorgungswirtschaft zum Versatz unter Tage wird seither nicht mehr angenommen", hieß es weiter. Die rund 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GTS seien in einer Mitarbeiterversammlung informiert worden. Für die gesamte Belegschaft müssten Kündigungen ausgesprochen werden. Noch im November soll es Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan geben.
Wie weiter mit der Altlastensanierung?
In dem ehemaligen Kali- und Salzbergwerk wurden unter anderem Rückstände aus Müllverbrennungsanlagen und der Industrie eingelagert. Die Frage ist, wie die Altlastensanierung künftig organisiert wird. Das Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) werde eine zentrale Rolle in der weiteren notwendigen Sicherung übernehmen, hieß es.
Insolvenzverwalter Flöther erklärte: "Gemeinsam mit den Fachleuten der GTS Grube Teutschenthal arbeiten wir an den Vorbereitungen für einen geordneten Übergang. Ziel ist es, eine entsprechende Vereinbarung mit den zuständigen Behörden des Landes Sachsen-Anhalt zu schließen, was trotz intensiver Verhandlungen in den letzten Wochen nicht gelungen ist."
Grube so groß wie 2.000 Fußballfelder
Die Grube Teutschenthal umfasst den Angaben zufolge eine Fläche von rund 14 Quadratkilometern und ist damit etwa so groß wie 2.000 Fußballfelder. Das Land Sachsen-Anhalt habe einen öffentlichen Sicherungsauftrag, so der Insolvenzverwalter: Die Grubensicherung soll die Orte im Saalekreis, insbesondere Teutschenthal und Angersdorf, vor einem erneuten Gebirgsschlag schützen. Ein Gebirgsschlag ist an der Erdoberfläche als eine Art Erdbeben zu spüren. Deshalb würden in dem 1982 stillgelegten Bergwerk seit rund 30 Jahren Hohlräume etwa mit Reststoffen aus der Müllverbrennung verfüllt.