HessenVorbereitungen auf Gen-Z-Protest in Frankfurt

Tausende werden am Samstag zu Demonstrationen in der Innenstadt erwartet. Händler verbarrikadieren vorher ihre Geschäfte.
Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Mit tausenden Teilnehmern und Teilnehmerinnen wird an diesem Samstag beim angekündigten Gen-Z-Protesttag in Frankfurt gerechnet. Zuvor verbarrikadierten zahlreiche Geschäfte in der Innenstadt ihre Schaufensterscheiben mit Holzplatten – darunter viele Luxusläden unter anderem in der Goethestraße. Einige größere Ketten hatten die zeitweise Schließung in mehreren Städten schon am Donnerstag angekündigt.
Die Frankfurter Polizei und das Innenministerium hatten erklärt, sie rechneten mit einem überwiegend friedlichen Verlauf. Dennoch wurde ein Großeinsatz der Polizei angekündigt. Man solle sich in der Innenstadt auf erhebliche Verkehrsbehinderungen einstellen, hieß es. Angemeldet sind für Frankfurt zwei Demonstrationen, die größere hat die Initiative "Gen Z regelt" organisiert.
Aufruf zu friedlichem Verlauf
Handel und Gastgewerbe haben die Protest-Teilnehmer zu einem friedlichen Verlauf aufgerufen. Es müsse selbstverständlich sein, dass Geschäfte, Restaurants, Cafés und Hotels ihre Gäste empfangen können und Beschäftigte ihren Arbeitsplatz sicher erreichen, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung des Handelsverbandes Hessen und des Branchenverbandes Dehoga.
Nach Angaben des Innenministeriums gibt es Erkenntnisse, dass rund 80 gewaltbereite Linksextremisten anreisen. Daher bleibe die Lage "angespannt". Gefahr ausgehen könnte auch von "erlebnisorientierten Jugendlichen", hatte der Frankfurter Polizeipräsident Stefan Müller erklärt.
Auch kleinere Kundgebungen in Hessen
Bundesweit sind Proteste in rund 30 Städten angekündigt. In Hessen sind kleinere Kundgebungen in Kassel und Eschwege angemeldet.
Die Initiative "Gen Z regelt" setzt sich unter anderem für Maßnahmen gegen steigende Lebenshaltungskosten, für mehr Klimaschutz und gegen eine Wehrpflicht ein. Dabei lehnt sie Gewalt ausdrücklich ab. Bei Protesten in Frankreich und in anderen europäischen Ländern war es zu Krawallen und Plünderungen von Geschäften gekommen.