Panorama

"Voller Schmerzen"Christa Pike meldet sich erstmals nach gescheiterter Hinrichtung zu Wort

30.10.2026, 16:07 Uhr
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Überlebte zwei Giftspritzen: Christa Pike. (Foto: via REUTERS)

Der Fall Christa Pike sorgt für Aufsehen: Als verurteilte Mörderin soll sie in den USA hingerichtet werden. Doch die 50-Jährige überlebt zwei normalerweise tödliche Injektionen. Nun wendet sie sich an die Öffentlichkeit - und schildert ihren Schmerz.

Christa Pike hat sich erstmals seit ihrer gescheiterten Hinrichtung im US-Bundesstaat Tennessee zu Wort gemeldet. Ihre Anwälte veröffentlichten ein von ihr verfasstes Statement, in dem sie erst ihre Gedanken am Tag der geplanten Hinrichtung und dann den Moment des Aufwachens schildert.

Demnach war sie allein, als sie aufwachte - "verwirrt und voller Schmerzen". Seitdem habe es keinen Moment ohne Schmerzen gegeben. "Mein Körper tut weh. Meine Arme tun weh. Meine Hände tun weh. Meine Kehle tut weh", heißt es in dem Statement weiter.

Pike habe immer noch Probleme zu sprechen. Und es sei nicht nur physischer Schmerz: Auch in ihrem Geist und ihrer Seele verspüre sie Schmerz. Sie sei zutiefst verletzt von der Inkompetenz, die so viele Menschen in diese schreckliche Position gebracht habe, erklärt sie. Sie schildert, dass sie weiterhin an ihre Familie denke - und daran, was diese durchgemacht haben müsse. "Ich erhole mich und ich weiß, dass ich stärker werde." Aber zu heilen bedeute nicht, dass es ihr gut gehe, so Pike weiter.

Die 50-Jährige beklagt zudem, dass sie seit dem Moment ihres Erwachens weitgehend isoliert in der medizinischen Abteilung des Gefängnisses sei. Diese Isolation bringe ihre eigene Art von Schmerz mit sich. Gleichzeitig fühle sie sich gerührt, dass Menschen aus der ganzen Welt ihr Schicksal verfolgen. Sie versuche nun, weiter zu heilen. Und dabei halte sie sich an der Liebe und Güte zahlreicher Menschen fest, die sie daran erinnerten, dass sie nicht allein sei.

Pike hatte Anfang Oktober in Nashville zwei Injektionen mit dem normalerweise tödlichen Mittel Pentobarbital überlebt. Sie wurde daraufhin in eine Klinik gebracht und künstlich beatmet. Kurz bevor sie wegen mutmaßlichen Hirntods von den lebenserhaltenden Geräten getrennt wurde, wachte sie wieder auf. Inzwischen befindet sie sich wieder in dem Gefängnis, in dem sie bereits seit rund drei Jahrzehnten inhaftiert ist. 

Die 50-Jährige war 1995 wegen des Mordes an ihrer 19-jährigen Klassenkameradin Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Pikes Anwälte führten an, dass sie die Tat im Alter von nur 18 Jahren begangen und als Opfer langjährigen sexuellen Missbrauchs unter psychischen Problemen gelitten habe.

Quelle: ntv.de, nbr/AFP

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