Versöhnliche Worte zu Tuchel
Watzke spricht über BVB-Misstrauen nach Busanschlag 2018

19.09.2026 | 07:26 UhrDer Anschlag auf den Dortmunder Mannschaftsbus verändert Hans-Joachim Watzke nachhaltig. Erstmals wird der langjährige Klubchef intern misstrauisch. Über den damaligen Trainer Thomas Tuchel findet er heute überraschend versöhnliche Worte.
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War das für dich ganz persönlich die größte menschliche Enttäuschung.
Es war jedenfalls eine große. Ja.
Es war Thomas Tuchel, der das so dargestellt hat, als hättest du das bestimmt. Wie? Wie lange hattest du denn persönlich damit zu knabbern, dass so ein Bild in der Öffentlichkeit dargestellt wird, was einfach nicht der Wahrheit entspricht?
Ja gut, das ist ja. Das ist ja dann ein Riesenproblem, weil wenn du das, wenn du die, wenn du die inneren Vorgänge nicht mehr bei dir behältst, sondern dass das alles nach draußen geht und dann noch verzerrt wahr. Ich habe aber gemerkt, dass egal was, was, egal was ich sagte oder auch egal was andere sagten. Es gab einfach bestimmte Kreise, die das einfach haben wollten, so dass das einfach weil es einfach gut reinpasst. Dass so ein so ein seelenloser Fußballfunktionär dann den Spielern vorschreibt, was sie zu tun haben. Das passte einfach mal gut ins Bild.
Und das ist ja schlimm so was.
Ja klar. Aber die Spieler, die Spieler waren immer korrekt, die Spieler. Ich war noch nicht mal dabei, wo die abgestimmt haben. Ich habe da mit denen. Ich habe meine, Ich habe meine. Ich habe gesprochen da ein paar Minuten und habe ihnen erklärt, dass wir für alles, was wir, was sie entscheiden, Verständnis haben. Das auf der einen Seite sehr gut verstehen kann, dass man morgen sich nicht in der Lage heute. Es war ja heute sich nicht in der Lage sieht. Also am Vormittag Fußball zu spielen, ich aber auch nicht derjenige sein möchte oder wir alle nicht, Zorc nicht und auch kein anderer, der ihnen die Möglichkeit verwehrt, ins Halbfinale der Champions League einzuziehen. Das ist ja, das war das Viertelfinale. Und wir hatten jetzt auch nicht das Gefühl, dass wir komplett chancenlos wären. Ich wusste zu dem Zeitpunkt eins hundertProzentig, dass diese Mannschaft an dem Abend das Spiel nicht gewinnt. Dass der idiotische Schiedsrichter mit dem Linienrichter natürlich nach drei Minuten 3 Meter abseits übersieht, das habe ich auch nicht geahnt. Aber du warst einfach nicht. Das ging überhaupt nicht.
Hat dich diese Zeit persönlich verändert?
Ja, ich glaube schon ein bisschen. Weil das war das erste Mal, dass ich auch intern ein bisschen misstrauischer geworden bin. Ich kannte das vorher nicht. Also das war der BVB. War bis zu dem Zeitpunkt 5 bis 15 war Jürgen. Der BVB war schon eine sehr, sehr geschlossene Einheit und aber es war auch eine Extremsituation. Das muss man auch sagen. Und ich war auch nicht im Bus. Und das kommt auch noch dazu. Diejenigen, die im Bus waren, die haben bei mir alle schon mal, egal was passiert ist auch ein bisschen Verständnis. Weil wenn du da im Bus sitzt, hast du eine andere Wahrnehmung noch als von außen. Das ist auch völlig klar.
Was ich bemerkenswert fand Du hast das ja Thomas Tuchel verziehen. Hat dich das Überwindung gekostet?
Wir hatten in dem Moment einen massiven Dissens. Das ist schon klar. Aber irgendwann geht es immer weiter. Und wenn wir uns heute sehen Wir reden miteinander vernünftig. Wir sprechen. Und wo die Engländer mich gefragt haben, was ich von Tuchel halte, habe ich denen nur gesagt Könnt ihr blind machen? Kriegt einen der besten Trainer. Thomas Tuchel stand ja auch unter einem maximalen Druck. Und wer ihn als Persönlichkeit kennt, der weiß ja auch, dass er sich diesen Druck auch selbst auferlegt. Und wie gesagt, ich habe, ich habe immer am Ende auch im Nachhinein Respekt davor gehabt, weil ich weiß nicht, ob, wenn du dann in dem Moment im Bus gesessen hast, ob die Dinge sich für dich noch mal anders angefühlt hätten. Das muss man einfach respektieren. Es ist nicht optimal gelaufen, aber das darfst du nicht noch zehn Jahre mit dir herumtragen. Das ist alles. Okay.





























