FIA präsentiert Zahl des Hasses

13.000 Menschen drohen Formel-1-Fahrer Gasly mit Mord

imago1085238347h
Pierre Gasly fährt seit 2017 in der Formel 1, gewann in 195 Starts einen Grand Prix. (Foto: IMAGO/Every Second Media)
00:00 / 01:58
30.10.2026 | 13:17 Uhr
Im Internet werden Sportler immer wieder mit Hasskommentaren und Morddrohungen überschüttet - so auch Formel-1-Pilot Pierre Gasly. Vor dem Grand Prix von Mexiko macht der Motorsport-Weltverband eine erschreckende Zahl des Hasses öffentlich.

Nach dem Formel-1-Rennen von Madrid hat der französische Alpine-Fahrer Pierre Gasly rund 13.000 Morddrohungen erhalten. Diese Zahl machte Mohammed Ben Sulayem, der Präsident des Automobil-Weltverbands FIA, in einem Interview mit dem Portal "The Drive" öffentlich.

"Wenn wir diesen Kampf alleine führen, werden wir scheitern; alleine schaffen wir das nicht", sagte Ben Sulayem und kündigte ein hartes Vorgehen gegen Internet-Hass an. "Wenn der Hass von einem Zuschauer ausgeht, sperren wir ihn. Wenn sie zur Presse gehören, sperren wir sie, weil wir die Befugnis dazu haben. Und wenn sie sich (im Internet) verstecken, wird die KI sie entlarven." Wenn man einen entlarve, würden die anderen Angst bekommen, prophezeite er.

Gasly selbst hatte die Drohungen bei Social Media gegen seine Familie, seine Freundin und sich selbst nach dem Rennen in Madrid am 13. September publik gemacht. Vorausgegangen war beim Grand Prix von Spanien ein Zweikampf zwischen ihm und seinem argentinischen Alpine-Teamkollegen Franco Colapinto. Colapinto verlor dabei zwar keine Platzierung, er beschwerte sich aber mehrmals über Funk, dass er aus seiner Sicht unnötig unter Druck geriet.

"Wenn wir nichts unternehmen, ..."

Im Kampf gegen Hassreden und Cybermobbing im Motorsport und Sport allgemein hat die FIA schon vor Jahren die Initiative "United Against Online Abuse" ins Leben gerufen. Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz sollen dabei Täter im Internet aufgespürt werden.

"Wir laufen Gefahr, unseren Sport durch Online-Missbrauch zu verlieren, und genau hier brauchen wir euch", richtete sich Ben Sulayem an Fans und Medien. Für Online-Täter gebe es "keinen Platz" im Motorsport. "Denn wenn wir nichts unternehmen, wird unser Sport irgendwann nicht mehr zu retten sein." Der FIA-Boss wolle das nötige Bewusstsein schaffen und aufklären.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar/dpa